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Purpurreiher                              

Purpurreiher werden knapp 80 cm groß, haben dunkelgraue Flügel und eine dunkelgraue Oberseite und vom Rücken herabhängende weißliche und rostrote Schmuckfedern, eine schwarze Kopfplatte, einen kastanienbraunen Hals mit einem schwarzen seitlichen Längsstreifen und eine weißliche Unterseite. Weibchen und Männchen unterscheiden sich nicht. Im Flug ähneln Purpurreiher Graureihern, doch wirken sie insgesamt dunkler, der bereits erwähnte durchhängende Hals fällt auf und der Flügelschlag ist schneller als beim Graureiher.

In drei voneinander getrennten Erdregionen ist der Purpurreiher verbreitet: in Afrika südlich der Sahara, in Süd- und Südostasien und in der westlichen Paläarktis, also in Europa, Nordafrika und Westasien.

In West- und Mitteleuropa ist der Purpurreiher nur sehr lückenhaft verbreitet. Seine nördlichsten Brutgebiete liegen in den Niederlanden. Außerdem gibt es Brutvorkommen in Portugal und Spanien und in Frankreich. In Frankreich kommen Purpurreiher vor allem im Westen, in Zentralfrankreich und in Südfrankreich in der Camargue vor, in der auch die Fotos entstanden sind und in der rund 1500 Brutpaare leben. Weiter östlich brüten Purpurreiher vereinzelt in Süddeutschland, in der Schweiz und in Österreich. Östlich von Österreich ist das Brutvorkommen mehr oder weniger zusammenhängend. In Ungarn ist der Purpurreiher ein häufiger Brutvogel. In Europa sind Purpurreiher Zugvögel, die in klimatisch milderen Gebieten das Winterhalbjahr verbringen. Die afrikanischen Purpurreiher dagegen sind Standvögel.

Purpurreiher sind Bewohner ausgedehnter Schilf- und Rohrdickichte. Sie sind durch kürzere Läufe, längeren Hals und auffallend lange Zehen hervorragend an das Leben im Schilfwald angepasst und sitzen nur selten an Bäumen oder an deckungslosen Wasserstellen.

Je nach den ökologischen Verhältnissen im Lebensraum ändert sich die Zusammensetzung der Nahrung stark. Fische von 10-20 cm Länge sind die Hauptnahrung, doch Kaulquappen, Frösche, Molche, Eidechsen, Schlangen, viele Kleinsäuger und Insekten stehen neben Krebstieren und Spinnen ebenfalls auf dem Speiseplan. Da auch Fische dieser Größenordnung wirtschaftlich unbedeutend sind, kommt der Purpurreiher im Unterschied zum Graureiher nur selten in Konflikt mit dem Menschen, der ihm seine Beute neidet. Der Nahrungsbedarf eines Purpurreihers liegt bei etwa 200 Gramm je Tag. Purpurreiher sind Pirsch- und Ansitzjäger, die nicht wie der Graureiher an offenen Stellen der Gewässer anzutreffen sind, sondern in der Sumpfvegetation und im Schilf von Gräben und kleineren Wasserlöchern. Dabei bewegen sie sich sehr geschickt mit Hilfe der langen Zehen durch und über dichte Sumpfvegetation. Daneben jagt der Purpurreiher nicht selten auch ohne jede Deckung auf abgeernteten Getreidefeldern Mäuse.

Die meisten Purpurreiher werden am Ende des zweiten Lebensjahres geschlechtsreif, die Weibchen auch eher. Purpurreiher brüten vorzugsweise in Kolonien, selten auch in einzelnen Paaren. Das Männchen sucht den Nistplatz aus, der gewöhnlich 70-120 cm über dem Wasser liegt. Das Nest wird auf umgebrochenen vorjährigen Schilf, auf Rohrkolben oder niedrigen Weidengebüsch, selten auf Büschen und Bäumen, errichtet.