Donaudelta-de.jouwweb.nl
Home » Flora und Fauna » Vögel » Schwimmvögel » Silbermöwe

Silbermöwe                                 

Die Silbermöwe (Larus argentatus) ist eine Vogelart aus der Familie der Möwen (Laridae) und die häufigste Großmöwe in Nord- und Westeuropa. Zudem ist sie einer der populationsstärksten europäischen Seevögel. Seit der Abgliederung der Unterart smithsonius als Amerikanische Silbermöwe (Larus smithsonianus) und der Unterart vegae als Ostsibirienmöwe (Larus vegae) beschränkt sich das Verbreitungsgebiet auf Nord- und Westeuropa.

Die Silbermöwe ist mit 55–67 cm etwa so groß wie ein Mäusebussard, die Flügelspannweite ist mit 125–155 cm sogar noch etwas weiter. Der Blick dieser häufigen Großmöwe wirkt etwas grimmig, der höchste Punkt des Scheitels liegt hinter dem Auge. Der relativ klobige Schnabel ist zwischen 44 und 65 mm lang. Die Flügel sind im Vergleich zu anderen Arten der Gattung mittelmäßig lang, sie überragen beim sitzenden Vogel den Schwanz um 3–6 cm. Die Schirmfedern formen auf dem Rücken eine deutliche Stufe, der Körper wirkt relativ füllig. Ein Geschlechtsdimorphismus ist bezüglich des Gefieders nicht ausgeprägt. Männchen sind größer mit einer voluminöseren Schnabelspitze und einer flacheren Stirn, Weibchen wirken kurzschnäbliger mit rundlicher Stirn. Das Brutkleid unterscheidet sich vom Schlichtkleid durch einen gestrichelten Kopf. Junge Silbermöwen sind nach dem vierten Lebensjahr nicht mehr von adulten Vögeln zu unterscheiden. Die Beine und Füße sind in allen Kleidern fleischrötlich, vor allem im Baltikum kommen jedoch auch Individuen mit gelben Beinen vor (s. Geografische Variation).

Im Prachtkleid ist bei adulten Vögeln der Schnabel gelb mit einem roten Gonysfleck, der im Unterschied zur Mittelmeermöwe auf den Unterschnabel beschränkt ist. Die Iris ist meist schwefelgelb, manchmal auch leuchtend gelb oder weißlich, das Auge mit einem gelben, orangegelben oder auch roten Ring umgeben. Kopf, Hals, Nacken und Unterseite sind wie auch Bürzel und Schwanz reinweiß. Mantel, Rücken und Schulterfedern sind wie auch die Flügeloberseite hell bläulichgrau, bei einigen Vögeln kann die bläuliche Tönung jedoch fehlen. Die Flügelvorderkante ist schmal weiß, die Hinterkante breit weiß gesäumt. Die Spitze des Handflügels ist schwarz mit weißen Flecken im Bereich der Schwingenspitzen. Die äußere, zehnte Handschwinge – die elfte ist verkümmert – ist weitgehend schwarz mit einem Grauanteil an der Basis und ein Stück weit die Innenfahne hinauf. Auf den weiter innen gelegenen Handschwingen wird der Schwarzanteil immer geringer, bis er – bei den meisten Vögeln der deutschen Population auf der fünften Handschwinge – nur noch als schmaler Rest zu sehen ist und auf den übrigen Schwingen fehlt. Zudem sind die Schwingenspitzen weiß. Auf den beiden äußeren Handschwingen ist zudem – durch ein subterminales, schwarzes Band von der Spitze getrennt – ein weiteres weißes Feld vorhanden. Auf dem zusammengelegten Flügel wirken die weißen Spitzen wie eine Reihe rundlicher Punkte.

Im Winterkleid ist das weiße Gefieder des Kopfes bei adulte Vögeln mit graubraunen Stricheln durchsetzt. Die Strichelung variiert individuell, reicht aber oft bis auf den Hals und die vordere Brust. Auf dem Schnabel zeigt sich etwas Schwarz über oder neben dem roten Gonysfleck.

Das Jugendkleid der Silbermöwe wirkt insgesamt graubraun. Der Schnabel ist schwärzlich mit schwach aufgehellter Unterschnabelbasis, das Auge dunkel. Kopf und Unterseite sind auf weißlichem Grund durch dunkelbraune Schaftstriche und Federzentren diffus dunkel gestrichelt. Die dunkle Strichelung verdichtet sich um das Auge, wird an den Flanken kräftiger und auf den Unterschwanzdecken zur markanten Bänderung. Mantel- und Schulterfedern wirken durch dunkelbraune Federzentren und beige Säume kräftig und regelmäßig geschuppt. Vor allem zum unteren Rücken und den Oberschwanzdecken hin finden sich Federzentren mit eichenblattähnlich gewellten Rändern, Bogenzeichnung oder Bänderung, wie auch auf den recht variablen Schirmfedern. Die Armdecken tragen auf beigem Grund dunkle Binden. Die dunkelbraunen Armschwingen weisen einen weißen Spitzensaum und eine hell graubraune Innenfahne auf. Die Federn des Handflügels sind bis auf die hellgraubraun aufgehellten inneren Handschwingen schwarzbraun mit schmalen, weißlichen Säumen. Die Steuerfedern zeigen hinter einem feinen, weißen Spitzensaum im distalen Drittel eine dunkelbraune Färbung, die im mittleren oder basalen Drittel in eine dunkle Bänderung auf weißem Grund übergeht, so dass der Schwanz eine dunkle Binde zeigt, die sich als grobe Bänderung zur weißen Basis hin auflöst.

Das erste Winterkleid unterscheidet sich vom Jugendkleid in erster Linie durch die Schulter- und Rückenfedern. Diese zeigen über hellen Säumen beige bis warmbraune Zentren, die von einer schmalen, dunklen Subterminalbinde begrenzt sind und im mittleren Federteil pfeilförmige Schaftflecken oder dunkle Querbänder aufweisen. Schultern und Rücken wirken also nicht mehr geschuppt, sondern feiner gebändert. Kopf Hals und Brust wirken heller, weisen aber immer noch – vor allem um das Auge und auf dem Scheitel – dunkle Strichel sowie auf der Brust eine dunkle Fleckung auf. Für gewöhnlich hellt sich die Schnabelbasis ab Herbst etwas auf.

Vögel im zweiten Winter ähneln denen im ersten Winter, sind allerdings an Kopf, Hals und Unterseite meist deutlich heller. Die Bänderungen auf den Federn des vorderen Rückens und der Schultern sind breiter und bei manchen Vögeln mischen sich bereits hellgraue Federn in das Rückengefieder – bei manchen Individuen können sie auch stark überwiegen. Die Zeichnung der großen Armdecken wirkt diffuser und besteht aus feinen Bekritzelungen. Die kleinen Armdecken zeigen nicht mehr die dunklen Zentren des Jugendkleids sondern sind gebändert. Ebenso sind die Schirmfedern nicht mehr überwiegend dunkel, sondern durch helle Bänderungen aufgehellt. Ein gutes Unterscheidungsmerkmal zum ersten Winterkleid stellen die Schwingen dar, die eher schwärzlich als dunkelbraun sind und vor allem auf dem zusammengelegten Flügel markante, helle und halbmondförmige Endsäume zeigen. Auf den Steuerfedern verläuft die dunkle Subterminalbinde nicht mehr streifig in die weiße Federbasis, sondern eher marmoriert. Ein weiteres Altersmerkmal ist die Färbung des Schnabels, bei dem zumindest eine helle Spitze ausgeprägt ist, bei einigen Individuen aber bereits eine ausgedehnt fleischfarbene Basis. Die Iris ist bei vielen Vögeln ebenfalls deutlich aufgehellt.